
Fotos und Text: Klaus Mümpfer

Mit seiner filigranen sowie blitzend aufbrechenden Artikulation
ist dem Pianisten in „Chevreux“ der junge Klassik-Geiger Erik
Schumann ein kongenialer Partner. Schumann ist kein Jazzmusiker,
doch Sternal hat ihm für sein „Symphony Society“-Projekt den
Part so geschrieben, dass er sich voll entfalten kann. Kein
Wunder, dass beim anschließenden Small-Talk Wolfgang Diefenbach,
der Leiter des hessischen Landesjugendjazzorchesters, Sternal
spontan einen Kompositionsauftrag für die Bigband offerierte.
Der erst 28 Jahre junge Jazzprofessor Sebastian Sternal erhielt
Klavierunterricht bereits mit sechs, entdeckte den Jazz im Alter
von elf Jahren. Ab 2003 studierte er Jazzpiano in Köln und 2007
in Paris, spielte im Landesjugendjazzorchester Rheinland-Pfalz
und im BuJazzO unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. Seit
2009 lehrt er Jazz-Theorie in Köln und wurde im April dieses
Jahres zusätzlich an die Musikhochschule in Mainz berufen.
Als Komponist wie als Pianist sei Sternal sei „ein
phantastischer Erzähler auf dem Instrument“, lobte Jesse
Milliner, der Prorektor der Hochschule den neuen Kollegen und
Träger mehrerer Jazzpreise in seiner Einführung zum
Antrittskonzert. Die Hochschule habe bewusst die Stelle ohne
Instrument ausgeschrieben, um den Besten aus den Bewerbern
auszuwählen, sagt Milliner.
Das Interesse war so groß, dass der Rote Saal der Hochschule die
Zuhörer nicht fasste und das Konzert per Video in einen weiteren
Saal übertragen werden musste.
Viele Jazz-Musiker wünschten sich sehnlichst, dass der Andrang
bei „normalen“ Gigs ebenso überwältigend wäre.